Mittwoch 16.02. Mittwoch 23.02. 20:30 UHR

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Nomadland

Von einer anderen Art des amerikanischen Traums erzählt Chloé Zhao in ihrem dritten Film „Nomadland“, der in Venedig den Goldenen Löwen als bester Film erhielt und mit sensationellen sechs Oscars ausgezeichnet wurde. Menschen, die freiwillig als Nomaden leben, durch die Weiten der USA ziehen und nach Unabhängigkeit und Freiheit suchen, stehen im Mittelpunkt eines herausragenden, poetischen, unprätentiösen Films – und eine wieder mal überragende Frances McDormand („Three Billboards…“). Wie keine andere Schauspielerin zeigt sie sich auch hier völlig unglamourös, mit schief geschnittenen Haaren, ohne Make-Up, dazu Kleidung, die weniger aus ästhetischen, denn aus praktischen Gründen ausgewählt wurde.

Ferns Mann ist an Krebs gestorben. Noch dazu hat sie ihre Arbeit und ihr Haus verloren, nachdem ihr Heimatort durch eine Minenschließung zur Geisterstadt wurde. Fast alle Einwohner haben die Stadt verlassen. So auch Fern. Also erklärt sie ihren altersschwachen, rostigen Kleintransporter zu ihrem neuen Zuhause, belädt ihn mit ihrem Hab und Gut und fährt damit von Saisonjob zu Saisonjob. Fern ist eine moderne Nomadin wie so viele US-Amerikaner und -Amerikanerinnen. Tagsüber schuftet sie in Fabriken, Wäschereien, als Erntehelferin und in Burgerbuden. Abends schläft sie in ihrem Transporter. Und Fern ist nicht die einzige. Auf ihrer Reise durch Amerika trifft sie auf andere Arbeitsnomaden, die wie Zugvögel den Gelegenheitsjobs und der Saisonarbeit hinterherziehen und manchmal auch vor dem bürgerlichen Leben und den Geistern ihrer Vergangenheit auf der Flucht sind. Dabei könnte sie aufgrund ihrer Qualifikationen jederzeit wieder ein normales Leben führen, doch sie bevorzugt das Leben auf der Straße mit seiner Freiheit, den anderen Menschen und den vielen Bekanntschaften, die man irgendwann wiedertrifft…

Chloé Zhao bettet ihr eindrucksvolles Frauenporträt in Landschaftsaufnahmen voller Poesie und Anmut, die sich trotz ihrer Bildgewalt nie in den Vordergrund drängen und schafft ein großartiges, berührendes Roadmovie voll flüchtigem Glück, das gerade deshalb so tief berührt, weil es nicht auf die Tränendrüse drückt.

 

Scala-Kino Neckarsulm
Eintritt:
 6,50 Euro
Vorverkauf/Reservierung:
im Scala-Kino, Benefizgasse 5, Telefon 07132 2410
online unter www.kinostar.com

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Schülerinnen und Schüler sind von der Testpflicht ausgenommen.

Kinder bis einschließlich 6 Jahre sind von der Test- und Maskenpflicht befreit.