Mittwoch 06.04. Mittwoch 13.04. 20:30 UHR

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Nebenan

Daniel ist ein erfolgreicher, vielbeschäftigter Filmschauspieler. Mit seiner Frau und den beiden Kindern samt Kindermädchen führt er ein wohlsituiertes Leben in einer schicken Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg. Jetzt ist er auf dem Sprung zur internationalen Karriere: In London soll er für einen amerikanischen Superheldenfilm vorsprechen. Daniel ist aufgeregt, zumal er nur eine einzige Drehbuchseite erhalten hat. Den von der Filmfirma bereitgestellten Wagen schickt er weg. Stattdessen will er in der Eckkneipe „Zur Brust“, die in diesen Morgenstunden schön leer ist, bei einem Kaffee den kurzen englischen Text für das Casting durchgehen und telefonieren, um mehr über das streng geheime Filmprojekt und seine Rolle zu erfahren. Aber daraus wird nichts, denn neben der Wirtin sind noch zwei Männer in der Kneipe. Einer von ihnen hat an der Theke Platz genommen und fixiert Daniel unentwegt. Dann bittet er um ein Autogramm und verwickelt ihn in ein Gespräch. Er kennt alle Filme, ein Fan ist er aber nicht. Er ist ein Nachbar und heißt Bruno, und er weiß erstaunliche Dinge über Daniel und seine Familie. Daniel ist erst genervt, dann erschrocken. Schließlich wird er wütend und bekommt es mit der Angst zu tun. Er will weg, doch er kann nicht aufhören, den Enthüllungen über seine Familie, seine Freunde, seine Karriere und seine intimen Geheimnisse zu lauschen.

„Nebenan“ ist das Regiedebüt des Schauspielers Daniel Brühl, der auch selbst die Hauptrolle spielt und die Idee zu diesem Film hatte. Das pointierte Drehbuch stammt vom Schriftsteller Daniel Kehlmann, mit dem Brühl eng zusammengearbeitet und viele eigene Erfahrungen in die Geschichte eingebracht hat. So ist der Protagonist des Films nicht nur ein Schauspieler namens Daniel, sondern es gibt darüber hinaus viele Anspielungen und direkte Bezüge zu Leben und Werk von Daniel Brühl, was zu interessanten Ambiguitäten führt und um so mehr Vergnügen bereitet, desto besser man mit dessen Schaffen vertraut ist. Aber es geht um mehr als das: Als intensives Kammerspiel behandelt der Film hochbrisante Themen wie Ost-West-Gegensätze, Gentrifizierung und Stalking, denen er mit Humor und prägnanten Dialogen neue Perspektiven verleiht. Aber vor allem bietet er den beiden Schauspielern Daniel Brühl und Peter Kurth die Bühne für einen vehementen Schlagabtausch mit überraschenden Wendungen und Pointen.

Was als Geplänkel beginnt, wird bald zum aberwitzigen Katz- und Maus-Spiel. Bruno gibt sich leutselig, ist höflich im Ton, aber unnachgiebig in der Sache. Wenn er Daniel mit jovialem Lächeln mustert, deutet er gleichzeitig seine tiefe Verachtung an. Lange und beharrlich hat er seinen Rachefeldzug geplant – und heute ist sein großer Tag gekommen. Daniel reagiert erst arrogant, dann gereizt und buhlt um Sympathie. Mit jeder knappen Geste und kleinen Bemerkung am Rande verschiebt sich das Kräfteverhältnis zwischen den beiden. Ganz genüsslich gibt Bruno immer pikantere Details aus dem immensen Insiderwissen preis, das er über Daniels Privatsphäre angesammelt hat.

 

Scala-Kino Neckarsulm
Eintritt:
 6,50 Euro
Vorverkauf/Reservierung:
im Scala-Kino, Benefizgasse 5, Telefon 07132 2410
online unter www.kinostar.com

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