Mittwoch 18.05. Mittwoch 25.05. 20:30 UHR

scala-kino

Fabian oder der Gang vor die Hunde

Berlin, 1931: Jakob Fabian wäre gern Schriftsteller, schlägt sich aber als Werbetexter durch. Nach Feierabend tingelt er durch Cafés, Varietés und Bordelle. Er ist eigentlich kein Lebemann, eher ein Beobachter des Sittenverfalls, manchmal bekümmert, immer neugierig, mit einem Herz für die Verlierer der Großstadtwelt.

Ein junger Mann, der den Tanz auf dem Vulkan vor Hitlers Machtergreifung lange eher sarkastisch kommentierend aus der Distanz beobachtet. Viel mehr interessieren den unpolitischen Flaneur die Frauen, doch da passt das gegenseitige Begehren selten zusammen. Bis er der Referendarin Cornelia Battenberg begegnet, die ihm nicht nur den Kopf verdreht, sondern auch ihrerseits Gefallen an dem schmächtigen, eloquenten Jüngling findet. Eine Weile genießen sie das Leben, streifen tanzend und sich liebend durch die berauschenden Berliner Nächte. Aber das glück vergeht wie ein Funken. Erst verliert Fabian seinen Job und muss dann zusehen, wie Cornelia, die von einer Karriere beim Film träumt, sich für eine Leinwandrolle an einen Filmproduzenten verkauft. Als sich sein bester Freund umbringt, schlittert Fabian endgültig in eine persönliche Krise, die zugleich ein Spiegel der gesellschaftlichen Krise ist.

Lakonisch, temporeich und voller Spitzen gegen eine überdrehte Großstadtgesellschaft – so erzählt Erich Kästner in seinem wichtigsten Roman die Geschichte von Jakob Fabian. Der Film übersetzt diesen neusachlichen, spöttisch-melancholischen Ton in eine Bildsprache, die mitten hinein führt ins Berlin um 1930: schnell und laut, getrieben von entfesselter Lust, erbärmlicher Armut und Gewaltausbrüchen. Eben noch eingetaucht in den Bilderrausch des Großstadtlebens, kommt der Film im nächsten Moment seinem Protagonisten sehr nah: Man hört seine inneren Stimmen, sieht aus großer Nähe zu, wie er mit seinem Kriegstrauma kämpft, an seinen persönlichen Enttäuschungen und den Verhältnissen leidet. Stärker als im Buch steht die unglückliche Liebe zu Cornelia im Zentrum. So mutet der Film weniger wie eine Gesellschaftssatire an, vielmehr wirkt er wie ein ausgewachsenes Drama am Vorabend einer politischen Dunkelzeit.

Scala-Kino Neckarsulm
Eintritt:
 6,50 Euro
Vorverkauf/Reservierung:
im Scala-Kino, Benefizgasse 5, Telefon 07132 2410
online unter www.kinostar.com

Bitte beachten Sie die aktuellen Corona-Regelungen: Beim Besuch einer Kinovorstellung gilt für Erwachsene die 2G+ Regel (Eintritt nur für geimpfte oder genesene Personen mit jeweils entsprechendem Nachweis. Zusätzlich ist ein negatives Testergebnis vorgeschrieben. (Schnelltest, nicht älter als 24h oder PCR Test, nicht älter als 48h).
Personen mit Booster-Impfung und Personen, deren abgeschlossene Grundimmunisierung nicht mehr als 6 Monate zurückliegt, sind von der Testpflicht befreit. Ebenso Genesene, deren Infektion nachweislich maximal 6 Monate zurückliegt.

Es gilt die Maskenpflicht, zum Verzehr am Sitzplatz dürfen Sie Ihre Maske abnehmen.

Schülerinnen und Schüler sind von der Testpflicht ausgenommen.

Kinder bis einschließlich 6 Jahre sind von der Test- und Maskenpflicht befreit.